19. Juni 2025
Willkommen in einem Möwennest

Möwen haben oft einen schlechten Ruf – die Leute finden sie laut, unordentlich oder sogar hinterhältig. (Ganz zu schweigen davon, dass sie oft schwer zu identifizieren sind, aber dabei können wir helfen).
Aber wenn man einige Zeit damit verbringt, Möwen zu beobachten, entdeckt man eine andere Seite von ihnen. Sie sind schön, flink, clever und einfallsreich.
Und sie sind großartige Eltern: Sie beschützen ihre Jungen mit aller Kraft. Möwen bilden in der Regel dauerhafte Paarbindungen, bei denen sie sich Jahr für Jahr mit demselben Partner wiedersehen. Beide Elternteile teilen sich zu gleichen Teilen die Aufgabe der Kükenaufzucht und wechseln sich ab, um sicherzustellen, dass sie das Nest fast nie unbewacht lassen.
Gemeinsam nisten
Die meisten Möwen nisten in Küstenregionen auf dem Boden. Zum Schutz vor bodengebundenen Raubtieren nisten sie oft auf Inseln oder steilen Klippen oder in ausgedehnten Kolonien, in denen sich die Erwachsenen zusammenschließen können, um Eindringlinge zu verjagen. Das gemeinsame Nisten kann aber auch seine Tücken haben. Möwen sind ständig auf der Suche nach unbewachten Nestern und können ihren Nachbarn die Eier oder Küken wegschnappen. Um dies zu verhindern, verteidigt jedes Möwenpaar ein kleines Gebiet um sein Nest herum gegen alle Eindringlinge.
Die meisten Möwen wählen Nistplätze in weichem Boden, Sand oder getarnt unter üppiger Strandvegetation. Sie graben eine Vertiefung in den Sand und kleiden sie dann mit einer losen Ansammlung von Zweigen, Gras und Federn aus.
Eine Ausnahme von dieser Regel bildet die zierliche Bonapartemöwe, die in den borealen Wäldern Kanadas und Alaskas regelmäßig in lockeren Kolonien nistet und über ihren Baumkronen Insekten fängt.


Sich Gehör verschaffen

Möwen profitieren davon, dass sie nahe beieinander nisten – aber nicht zu nahe. Um ihren Nachbarn die Reviergrenzen klar zu machen und um festzustellen, wer wer ist, haben Möwen verschiedene charakteristische Laute und Gesten. Auf dem Hauptbild oben beginnt eine amerikanische Heringsmöwe mit einem „langen Ruf“. Der lange Ruf, den viele Arten mit nur geringen Abweichungen von sich geben, ist der klassische kreischende, krächzende Ton, den man an vielen Küsten der Welt hört. Er beginnt in der Regel damit, dass sich die Möwe nach vorne lehnt und den Kopf zum Boden richtet. Wenn sich der Ruf steigert, wirft die Möwe in der Regel den Kopf zurück und richtet den Schnabel in den Himmel (wie bei der Westmöwe in der Abbildung oben). Lange Rufe signalisieren oft territoriale Dominanz und können ertönen, nachdem ein Vogel einen anderen um einen bevorzugten Platz verdrängt hat.
Verschwindender Akt


Frisch geschlüpfte Möwenküken sind flauschig, gesprenkelt und bräunlich. Sie liegen auf dem Boden zwischen Sand und niedriger Vegetation und passen sich so gut an, dass sie fast völlig unsichtbar sein können – ein Grund, sich von einer Möwenkolonie fernzuhalten, um nicht versehentlich auf ein Nest zu treten.
Möwen bebrüten ihre Eier je nach Art 3-7 Wochen lang. Wenn die Küken schlüpfen, sind sie „halb-gesellschaftlich“ und können fast sofort nach dem Schlüpfen die Augen öffnen und laufen. Aber sie sind immer noch auf ihre Eltern angewiesen, wenn es um Nahrung und Schutz geht. Die Erwachsenen füttern die Jungen noch mindestens 4 bis 6 Wochen nach dem Schlüpfen und können sie auch dann noch füttern, wenn die Jungen gelernt haben, selbständig zu fliegen.
Bei vielen Möwenarten haben die brütenden Erwachsenen einen roten Punkt auf dem Schnabel. Das ist nicht nur ein modisches Zeichen, sondern eine Aufforderung. Wenn ein Erwachsener zurückkehrt, um seine Jungen zu füttern, gibt der rote Punkt den Küken ein Ziel, an dem sie sich orientieren können, bevor der Erwachsene ihre Mahlzeit wieder auswürgt.
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Original-Quelle: https://www.allaboutbirds.org/news/why-gulls-great-parents-paintings/
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