Tipps zur Käfig-Einrichtung

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Selbst geschnittene Naturstangen sind sehr gut als Grundgerüst für die Einrichtung des Käfigs oder einer Zimmervoliere  geeignet.
Sie bringen fast immer mehr Abwechslung mit als gekaufte Sitzgelegenheiten.

Die einzelnen Elemente

Nun haben wir also Futternäpfe, Sitzstangen, Schaukeln, Spielzeug & Co. – wie bringen wir das Ganze im Vogelkäfig so beieinander, dass die Vögel den vorhandenen Raum optimal nutzen können?
Dabei ist nicht nur an den Bewegungsraum zu denken, auch an Schlaf- und Ruheplätze, und natürlich muss gewährleistet sein, dass die Tiere möglichst sauber leben und vor allem fressen können, sprich der Kot sich nicht an ungünstigen Stellen anhäuft.

Futter- & Wassernäpfe

Futternäpfe dürfen sehr gern möglichst weit unten angebracht werden. In großen Käfigen oder auch Zimmervolieren und bei viel Freiflug (= weniger Kot im Käfig) hat sich auch Bodenfütterung bewährt; das heißt, man bietet das Futter in einer großen flachen Schale am Käfigboden an, so dass alle gemeinsam dort fressen können (in freier Wildbahn fressen die Wellensittiche auch vom Boden).
Denn einerseits ist grundsätzlich alles, was die Vögel zur Bewegung animiert, positiv; andererseits neigen gerade Wellensittiche immer wieder dazu mehr zu fressen als sie brauchen. Deshalb sollte man ihnen das Futter möglichst nicht noch direkt vor die Nase setzen.
Dabei ist natürlich darauf achten, dass das Futter nicht zu sehr verschmutzen kann. Je größer der Käfig oder die Voliere, umso einfacher ist es, den Bereich darüber entsprechend von Sitzgelegenheiten auszusparen. Ansonsten kann man auch sehr gut ein Sitzbrett – quasi als Dach – über der Futterstelle anbringen.
Davon ab müssen die Vögel weitgehend stressfrei fressen können. Hier ist nicht jede Gruppe gleich, ein bisschen Gerangel ist auch normal. Aber die Futterstelle sollte auf jeden Fall nicht beengt und groß genug sein bzw. genügend kleinere vorhanden, damit alle Vögel gleichzeitig fressen können ohne sich aneinander quetschen zu müssen.

Im Gegensetz zum Futter sollte sich die Trinkgelegenheit möglichst weit oben im Käfig befinden, so dass hier wirklich kein Kotbällchen hinein fällt. Es ist nicht nötig, dass die Vögel “zum Fressen trinken” können.

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Das Foto zeigt 6 Wellensittiche an einem Futtertablett mit zwei Schalen. Es befindet sich relativ weit unten im Käfig, darüber ist ein großes Sitzbrett angebracht und die Rückseite einfach mit Pappe verblendet (was tatsächlich sehr lange gehalten hat), damit die Spelzen im Käfig bleiben.

Da sich ein behinderter Vogel in der Gruppe befindet, ist die Futterstelle hier auch zu Fuß erreichbar, sonst wäre das nicht nötig.

Sitzgelegenheiten & Spielzeug

Auf eine mögliche Anordnung der Sitzstangen komme ich unten zu sprechen. Zunächst grundsätzlich: die Vögel verbringen die meiste Zeit im Käfig im oberen Drittel (bei einer Voliere entspannt sich das mit zunehmender Größe). Das heißt, wenn man möchte, dass Sitzbretter, Schaukeln, Leitern oder andere irgendwie besondere Plätze regelmäßig genutzt werden, müssen die nach oben. In der unteren Käfighälfte baut man auch ein paar Sitzgelegenheiten ein, das sind aber in der Regel nur Zwischenstufen auf dem Weg nach unten oder oben und keine Orte, wo die Wellensittiche sich regelmäßig länger aufhalten.

Das Sitzbrett (oder mehrere) sollte also weit ganz oben in den Käfig, so dass nicht noch eine Stange darüber läuft oder eine Schaukel dort hängt. Einerseits weil es ein Ort ist, wo die Vögel Gelegenheit haben sollen, sich ruhig einmal entspannt hinzulegen – und sie halten sich nun mal viel lieber weiter oben auf. Und andererseits, weil die Kotbällchen besser in der Einstreu als auf dem Brettchen aufgehoben sind. Am besten, man installiert es an der Käfig-Rückwand, so haben die Tiere von dort aus einen guten Überblick.

Schaukeln hängen schon von Natur aus meist oben im Käfig, es spricht aber auch nichts dagegen, eine solche mal “eine Etage tiefer” an eine Sitzstange zu hängen.
Schaukeln sind immer sehr beliebt, trotzdem sollte man sich nicht verleiten lassen, zu viele in den Käfig zu hängen. Gerade bei den Käfigen, die weniger als 170 oder 180cm in der Höhe haben, liegt ganz oben auch die Strecke, wo die Vögel am ehesten mal ein Stück hin und her flattern können. Diese sollte man keinesfalls zuhängen.
Die Schaukeln müssen also ein bisschen aus der Mitte, aber auch nicht zu nah an den Rand, weil sie sonst schlecht angeflogen werden können. Muss man einfach mal schauen, was der Käfig hergibt. Es braucht ja auch nicht für jeden Vogel eine eigene Schaukel oder man wählt ein Modell, wo mehrere Vögel übereinander sitzen können, z.B. eine Leiterschaukel.

Gleiches gilt auch für das Spielzeug. Je weiter oben man es anbringt, umso mehr werden die Vögel animiert sein, sich damit zu beschäftigen und umso weniger wird es eingekotet. Auch mit dem Spielzeug sollte man nicht den Bewegungsraum zubauen.

Anleitung für die Einrichtung eines Vogelkäfigs

Je größer der Käfig oder die Zimmer-Voliere, umso einfacher wird die Einrichtung, beziehungsweise umso weniger kann man “falsch” machen. Hier möchte ich einmal versuchen, eine grobe Anleitung vorzustellen, die für klassische Ständer-Käfige bis ca. 1,20m in der Breite und knapp 1,70m in der Höhe nach meiner Erfahrung gut funktioniert.

Das Grundgerüst bilden die Sitzstangen, hier nehme ich am liebsten Naturäste, die von sich aus auch ein paar interessante Verzweigungen oder Formen mitbringen und im Durchmesser irgendwo zwischen Finger- und Daumendicke schwanken. Eben so, dass man sie gut durchs Käfiggitter klemmen kann, ohne dass dieses kaputt geht (dazu befestige ich die noch mit Draht, sonst hält es nicht auf Dauer).

Zunächst kommt rechts und links weit oben jeweils eine Querstange hinein. Auf etwas unterschiedlicher Höhe und gern beide auch etwas schräg. Die Entfernung zum Käfigrand sollte mindestens 10cm betragen, bzw. falls sich darunter Futternäpfe befinden, dann so viel, dass dort nicht hinein gekotet wird. Das gleiche mittig an die Käfigtür, bzw. falls der Käfig zwei Türen nebeneinander hat, dann nehmen wir zwei Stangen. (Wenn die Tür nicht als Anflugklappe arretierbar ist, macht es Sinn, die Stange unter dem “Hauptausgang” nach draußen ragen zu lassen. Eine nach unten aufklappende Tür kann dann darauf liegen bleiben, ansonsten ist es einfach so eine Anflugstange). Jetzt haben wir quasi ein “Dreieck”, das schon einmal die wichtigsten Punkt abdeckt: “Flugstrecke” (naja, Flattern) und Ein- und Ausgang.
Wenn die Stangen ein paar (dünnere) Äste mit Verzweigungen mitbringen, lassen wir die zunächst möglichst dran, abschneiden kann man die am Ende immer noch. Das Entfernen von Blättern und kleinen Ästchen übernehmen übrigens sehr gern die Vögel! 😉
(Alternativ kann man eine der beiden oberen Querstangen auch gut durch eine straff gespannte Hänge-Leiter ersetzen).

Nun kommt an die Rückwand, auch ganz oben, ein Sitzbrett oder bei entsprechender Käfiggröße gern zwei davon. Direkt aneinander oder etwas versetzt, wie man mag.

Dann macht es Sinn, parallel zur Rückwand eine sehr schräg verlaufende Längsstange einzubauen. Je nach Tiefe des Käfigs kann die 10cm oder etwas mehr vom Gitter entfernt sein, nicht aber mitten durch den Raum. (Hinweis: Wenn der Käfig ein Trenngitter mitbringt und Sie dieses auch benutzen wollen, dann macht so eine Längsstange natürlich keinen Sinn! Sonst wird die aber immer gern angenommen).

Wie es nun weiter geht, hängt ein bisschen von der Fütterung ab. Hat der Käfig z.B. Edelstahlnäpfe an den Seitentüren, sollten dort am besten ebenfalls Querstangen davor und dann muss man schauen, dass diese (wie das Futter) nicht zu sehr von oben eingekotet werden. Dazu müssen die Stangen entweder ausreichend versetzt oder aber genau übereinander angebracht sein.
Ansonsten können kleine Futternäpfe auch überall anderswo im Käfig verteilt sein, manche bringen ja schon eine Sitzstange mit, sonst reicht aber auch eine kleine Anflugstange. Das kann man daher auch zum Schluss genauer entscheiden, wo die hinkommen bzw. über die nächsten Tage per “Try and Error” die sinnvollsten Plätze finden.
Entscheidet man sich für Bodenfütterung, sollte man jetzt langsam überlegen, wo die Schale hin kommt, damit darüber nichts mehr installiert wird. Gleichzeitig bringt man vielleicht noch ein oder zwei Stangen weiter unten im Käfig an, so dass die Vögel bequem nach unten und oben kommen.

Jetzt fehlen nur noch die Schaukeln und das war es schon. Von oben betrachtet, nimmt man die Schaukeln am besten etwa an die Punkte vom Goldenen Schnitt. So hängen sie nicht über den Stangen (Kot) und auch nicht mitten im Käfig. Man kann auch gut die oberen Querstangen horizontal etwas schräg ziehen und eine Schaukel dann quasi über den Raum “dahinter” hängen. Meine Vögel haben auch immer gerne eine Leiterschaukel im Käfig gehabt, die nimmt wenig Platz weg und es können mehrere Wellensittiche dort sitzen oder schlafen. Nach “Hackordnung” von oben nach unten. (-;

Jetzt kann man auch nochmal schauen, wie es mit den Verzweigungen ausschaut, welche die Naturäste noch “über” haben. Manches kann man, wenn nicht schon geschehen, ganz sicher ein bisschen hinbiegen und zunächst als weitere Sitzgelegenheit im Käfig belassen. Manchmal ergeben sich gerade dadurch schöne Stellen, wo die Vögel “über Eck” sitzen können, was immer gern angenommen wird.

Das war es an den großen Teilen und für das eine oder andere Spielzeug, Gritsteine und natürlich den Wassernapf werden sich nun von selbst geeignete Plätze finden. Eventuell kann man hier zusätzlich die eine oder andere Schraub-Sitzstange verwenden (so wie diese*).

Im Laufe der nächsten Tage sollte man jetzt einfach mal beobachten, wie gut das Ganze funktioniert, was die Vögel wirklich nutzen und wo sie sich nie aufhalten, aber vielleicht der Kot hängen bleibt. Ob sie sich gut zum Schlafen arrangieren können oder mehrere denselben Platz beanspruchen möchten und vermeidbaren Stress veranstalten. Oder ob sonst etwas nicht so günstig scheint. Ich habe dann immer noch mehrmals kleine Änderungen vorgenommen – und wenn es “beschlossen” war, langfristig alles so gelassen.

Dagegen könnte man zwar einwenden, dass Naturäste frisch vom Baum per se eine der besten Beschäftigungen für die Wellensittiche sind und deshalb regelmäßig gewechselt werden sollten. Die Vögel verbringen aber ja nicht nur Zeit im Käfig. Daher halte ich es für sinnvoller, den Käfig einmal recht überlegt einzurichten und dann die Stangen nicht mehr groß zu wechseln.
Außerhalb des Käfigs hingegen braucht man sich keine solchen Gedanken machen, ein oder zwei große Äste aufgehangen sind sofort ein wunderbarer Spielplatz und die kann man problemlos alle paar Wochen einmal tauschen!

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Die Erfahrungen, die ich vor Jahren mit diesen beiden Käfigen (1,00 und 1,20m breit) sammeln konnte, bilden die Grundlage für obige Anleitung.
Bei beiden wurden die Vögel über eine flache Schale am Boden gefüttert (die hellblaue Schale enthält Grit).
Es ist ganz gut zu sehen, welches Verhältnis von Stangen vs. Leer-Raum etwa sinnvoll ist. Auch ist der zweite Käfig etwas “spannender” geworden. Man lernt mit der Zeit doch immer noch dazu. 🙂

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