Geeignetes Spielzeug für Vogelkäfige und Zimmervolieren

Käfig-Spielzeug

Neben dem notwendigen Zubehör sollte man den Wellensittichen auch im Käfig ein paar Beschäftigungsmöglichkeiten anbieten, vor allem, wenn sie dort nicht nur schlafen sollen. Genau genommen handelt es sich hier nicht um “Spielzeug”, denn wirkliches Spielen findet auch bei den Wellis nur im Kindesalter statt. Sondern die schreddern und zerstören einfach gerne. Gerade die Weibchen – und das wiederum animiert die Männchen zum “Tanzen”. 🤗 Das ist wichtig zu wissen, denn mit Spielzeugen, die unkaputtbar sind, können erwachsene Krummschnäbel folglich wenig anfangen.

Hier möchte ich einfach mal eine kleine Auswahl geeigneter Teile vorstellen. Im Grunde kommt es darauf an, dass es Beschäftigung bietet, ungefährlich und ungiftig ist und nicht zu groß, denn es soll ja in den Käfig passen. Mittlerweile gibt es Spielzeuge aus vielen verschiedenen Materialen, die genau das erfüllen. Und das eine oder andere kann gewiss auch als Anregung dienen, um selbst zu basteln. Man sollte den Vogelkäfig natürlich nicht mit solchen Dingen überfrachten. Tipps zur sinnvollen Einrichtung finden sich hier.

Geeignete Materialien zum Schreddern

Frische Äste und Zweige:
Naturholz direkt aus dem eigenen Garten oder sonst von draußen ist und bleibt die “Nummer 1” für eine gesunde, sinnvolle und – nicht zuletzt – immer sehr beliebte Beschäftigung der Flieger. Mit ein wenig Kreativität kann man aus dünnen Weiden- (Trauerweide!) oder Birkenzweigen selbst Kugeln oder Ringe basteln – ansonsten sind die Vögel aber auch sofort glücklich, wenn man Ihnen große frische Äste anbietet, am besten mit frischen halboffenen Knospen daran oder auch Blüten. In der Rinde und den frischen Blättern finden sich etliche gesunde Stoffe, u.a. diverse Mineralstoffe, bitte erkundigt Euch vorher aber immer, ob Euer Baum auch geeignet und nicht etwa giftig ist (geeignet sind beispielsweise Obst, Felsenbirne, Weide, Birke, Hasel).

Naturgemäß hat hier nicht jeder Halter unbegrenzte Möglichkeiten, und auch für die Glücklichen mit einem eigenen Garten ist dies ein eher saisonaler Spaß. So ist es erfreulich, dass immer mehr interessante Materialen das Vogelspielzeug erobern, beispielsweise:

Bambus: 
Bambus findet man hin und wieder als Geflecht, welches beispielsweise mit Papierstreifen (siehe unten) gefüllt ist. Natürlich ist Bambus vollkommen ungiftig und so eignet sich ein Bambus-Geflecht ähnlich wie Rattan auch sehr gut zum Schreddern.

Kabob:
Bei Kabob handelt es sich um ein extrem weiches und leichtes amerikanisches Holz, welches aufgrund dieser Struktur sehr gut als Schredder-Spielzeug für Krummschnäbel aller Art angeboten werden kann und vor allem in Amerika auch wird. Mittlerweile kann man Spielzeug aus Kabob auch häufiger bei uns kaufen und beobachten, dass die Tiere ihren Spaß daran finden.

Kork:
Korkrinde / Naturkork hat in den letzten Jahren die Vogelwelt voll erobert, sei es als Schaukel, Sitzbrett oder Höhle – gerade Wellensittich-Weibchen können sich mit einem entsprechend großen Korkstück wochenlang aufhalten. Die dabei entstehenden kleineren Bruchstücke kann oft noch einmal neu “verbasteln”. Ursprung dieser Rinde ist die Korkeiche, welche Euch vielleicht schon einmal beim Spanien-Urlaub begegnet ist. Sehr gut geeignet ist Kork auch für gehandicapte Vögel, denn es ist weicher als Hartholz und bietet durch seine Struktur viele Möglichkeiten, sich hinzulegen und so einen Körperteil zu entlasten.

Gepresstes Gras:
Relativ neu im Nagerbereich ist Spielzeug aus gehäckselten und gepresstem Gras und Kräutern. Man findet beispielweise Scheiben, Sterne oder Kugeln. Letztere dürften schwierig sein, weil sie keine Angriffspunkte bieten, aber die Scheiben bieten ganz sicher auch dem einen oder anderen Vogel eine sinnvolle und gesunde Beschäftigung.

Luffa: 
Als “Luffa” bezeichnet man eine Pflanzen-Gattung, welcher unter anderem der kultivierte Schwammkürbis und die Flügelgurke angehören. Tatsächlich kann man sich das Material am besten wie einen trockenen Schwamm vorstellen. Es ist nicht sehr widerstandsfähig und bringt den Vögeln daher sehr großen Spaß zum Schreddern – natürlich geht das mit einer entsprechenden Kurzlebigkeit einher. In der Regel ist Luffa aber auch nicht allzu teuer.

Geflochtenes Maisblatt:
Häufig findet man auch verflochtene Maisblätter oder Blätter ähnlicher grasartiger Pflanzen als Teile von Vogelspielzeug. Im Vergleich zum Luffa beispielsweise ist das Material deutlich faseriger.

Papier und Papierstreifen:
Natürlich der Klassiker. Man nehme eine geflochtene Kugel und einen Knäuel aus Papierstreifen und Vogel ist für die nächsten Stunden beschäftigt. 😅 Es ist nur leider ein recht kurzweiliges Vergnügen, das man aber ruhig immer mal anbieten kann. Es gibt mittlerweile auch richtig tolle Spielzeuge mit knallbunten Papierstreifen zu kaufen. Wenn Ihr selbst basteln möchtet, achtet bitte immer darauf, dass es ungiftig ist (Druckfarbe).

Rattan:
Als Rattan wird eigentlich ein Flechtmaterial aus der ostasiatischen Rotangpalme bezeichnet, aus dem u.a. Möbel hergestellt werden. Im Bereich des Vogelspielzeug treffen wir sehr häufig auf “Rattan-Kugeln”, die beispielsweise aus geschälten Weiden-Zweigen hergestellt wurden. Die im Vergleich zum ebenfalls aus Weide hergestellten Korb etwas feinere und weichere Struktur des “Rattan” animiert viele Vögel zum Schreddern. Ansonsten sind kleine Rattan-Kugeln auch wunderbar geeignet für Vögel, die gerne einmal etwas durch die Gegend tragen oder herunter werfen.

Sepia: 
Bei der Sepia-Schale handelt es sich um “Schalen” aus Tintenfischen. Die calciumreichen Gebilde sind mit Gasen befüllt und helfen den Tintenfischen, ihren Auftrieb im Wasser zu kontrollieren. Sepia wird in erster Linie als Calciumquelle angeboten, es sind aber auch noch weitere Mineralstoffe enthalten. Aufgrund ihrer Struktur ist die Sepia-Schale nicht so fest wie ein Kalkstein und animiert die Tiere daher mehr, sich damit zu beschäftigen – oder sie einfach zu schreddern. Gesunde Beschäftigung!

Zapfen:
Zapfen von Nadelbäumen kann man selbst sammeln und eignen sich gut zum Basteln – achtet aber immer darauf, dass möglichst kein oder nur ganz wenig Harz daran ist! Am ehesten findet man geeignete Kiefernzapfen, während Tannenzapfen in der Regel nicht für Vögel zu gebrauchen sind.

Käfig-geeignete Vogelspielzeuge

Gitterbälle und Glöckchen sind klassische Wellensittich-Spielzeuge, an denen junge Wellis viel Spaß haben können.
Wie bereits erwähnt, wird man meist nur bei den Kleinen wirkliches “Spielen” beobachten. Die kann man daher auch mit “echtem Spielzeug” glücklich machen, das ruhig komplett aus Kunststoff oder Metall besteht, diverse bewegliche Teile hat (wichtig) und sehr gerne auch klingelt (Glöckchen). Ebenso sind diese losen Gitterbälle – am besten aufs Käfigdach gelegt – sehr beliebt.
So intensiv ein kleiner Welli sich mit so einem Spielzeug beschäftigen kann, damit wild “herumkugelt”, klingelt und turnt – so uninteressant wird es später aber sein (es sei denn, dieser Vogel hat keine Artgenossen zur Gesellschaft).
Wobei, Gitterbälle, kann man eigentlich immer mal hinunter werfen… 😉

Kleinere günstige Teile, die bei den Vögeln gut ankommen und dabei auch noch der Schnabelpflege dienen. Für so etwas wird sich in fast jedem Käfig ein Platz finden.

Solche gefüllten Weidenkugeln oder Kugeln aus Weinreben werden immer sehr gerne angenommen! Der Durchmesser von ca. 10cm passt u.a. wunderbar für Wellensittiche.
So eine Kugel auszuräumen, macht den Tieren sehr viel Spaß! – und ist daher meist auch recht schnell erledigt. Man kann aber gern ein bisschen kreativ sein und den Ball immer wieder neu befüllen (Heu, Stroh, Papier…), bis auch dieser zerstört ist. Auch ohne Inhalt widmen die Wellensittiche solchen Weidenkugeln gerne sehr viel Zeit.
(Das rechte Modell kommt ohne Aufhängung, weil aus der Nagerabteilung, kann man einfach eine glatte Schnur hernehmen).

Etwas größer und viel Spaß mit Papierschnipseln. Solche Teile ziehen die Vögel nicht selten so in den Bann, dass sie die innerhalb kürzester Zeit ausnehmen. Auch das Gerüst kann dann natürlich noch zerlegt werden.
Das rechte Teil ist sehr flach, so dass es trotz der Größe (25cm) praktischerweise sehr platzsparend an der Käfigwand angebracht werden kann!

An diesen Luffa-Teilen werden nicht wenige Wellensittiche sehr gut Beschäftigung finden können. (Für die Größen bitte immer auf die im Angebot angegebenen Abmessungen achten, nicht auf die Papageien aus Photoshop 😉).

Günstiger Mix verschiedener Spielzeuge, von denen jeweils der größte Teil gut passt.
Ggf. sollte man die Ketten an den Schaukeln durch ein Seil oder Lederband* ersetzen – und dann passt das! Eine weitere Auswahl solcher und ähnlicher Sets findet sich direkt hier im Bird-Shop.

Auch Kabob kommt sehr gut bei den Wellensittichen an. Die Teile haben eine ideale Konsistenz, sie sind weich genug, dass sie interessant sind – aber doch nicht sofort zerlegt werden können. Sonst wäre es auch zu teuer.

Verschiedene Schredder-Teile aus Kork (und Pappe). Mal etwas, das man auch seitlich an den Käfig schrauben kann, während die meisten Spielzeuge ja zum aufhängen sind.
Kork ist in jeder Form eine willkommene Knabbergelegenheit für Wellensittiche.

Langlebiger als Luffa oder Papier, gewiss wird auch hier so mancher Krummschnabel seine Freude daran finden, die Teile aneinander klappern zu lassen.

Nicht nur bei den Käfigen lohnt ein Blick in die Welt der Nager, dieses gepresste Gras kann auch den gefiederten Mitbewohnern eine spannende und womöglich sogar gesunde Abwechslung bieten.

Hier noch ein paar Teile, um selbst etwas zu basteln, beziehungsweise, die man auch einfach aufhängen oder auf einen Zweig aufstecken kann oder vielleicht auch auf das übrig gebliebene Gerüst eines anderen gekauften Spielzeugs.
Bei solchen Dingen ist immer wichtig, dass sie ausdrücklich als Haustier-Zubehör angeboten werden und nicht als Dekoration; nur dann kann man davon ausgehen, dass keine Giftstoffe daran sind.

Ungeeignete Spielzeuge oder Materialien

Beim Spielzeug gibt es eine riesige Auswahl, zumal solche Dinge meist früher oder später ersetzt werden. Sehr vieles ist gut geeignet, manches aber auch für die Vögel uninteressant und anderes sogar nicht ungefährlich.
Wie beim Käfig macht es auch beim Spielzeug keinen Sinn, beim Kauf zu viel sparen zu wollen. Das teuerste Spielzeug ist wohl das, welches nicht bespielt wird, weil uninteressant. Dann lieber gar kein Geld investieren – raus gehen und selbst etwas sammeln und basteln!

Während Jungvögel noch richtig spielen können, brauchen wir für die erwachsenen Wellensittiche etwas, das irgendwie zerlegt oder zerstört werden kann, wo sie ihren Nagetrieb ausleben können. Folglich sind hier Kunststoff und Hartholz nicht sinnvoll.

Ebenso wenig geeignet sind ausgefranste Seilenden oder Ketten. Erstere animieren die Vögel tatsächlich zur Beschäftigung, dabei können aber Fasern geschluckt werden, die sich langfristig im Kropf ansammeln und erst sehr spät Beschwerden zeigen. Auch Ketten sind immer wieder mal Unfall-Ursache und können gezerrte Gliedmaßen hinterlassen. Es passiert beides nur sehr selten, aber lässt sich doch so leicht vermeiden. Offene Seilenden sollte man also am besten einkürzen und Ketten durch feste Schnur oder Lederband* ersetzen.

Vom gesundheitlichen Aspekt her vollkommen ungeeignet sind leider auch sämtliche Teile aus der Heim-Dekorationsabteilung oder der Floristik-Ecke. Es gibt hier ja nicht nur ähnliche Rattan-Kugeln wie man im Haustierbedarf kaufen kann, sondern beispielsweise auch Eukalyptus-Samenkapseln oder ähnlich interessante Dinge. Leider kann man aber nie wissen, ob und wie diese behandelt sind. Bitte kaufen Sie so etwas immer nur ausdrücklich als “Spielzeug” oder “Haustierzubehör”, wenn Sie nicht ganz genau wissen, was mit den Dingen ist.

Es wird auch immer wieder vor “tierschutzwidrigem Vogelspielzeug” gewarnt, womit klassischerweise Spiegel und Plastikvogel gemeint sind, welche zu psychischen Schäden führen sollen. Wenn ein Einzelvogel nur diese beiden Kameraden als Gesellschaft hat, wird er natürlich fehlgeprägt. Das wird so ein Tier aber leider auch, wenn es diese nicht hat.
Wellensittiche, die in der Gruppe gehalten werden, finden Spiegel und Plastikvogel nur wenig spannend und nehmen davon folglich auch keinen Schaden. Eher ist das für die eben ein zusätzliches Teil im Umfeld, dem man sich widmen kann – oder eben nicht. Kaufen würde ich es nicht, kann man aber ruhig testweise mal anbieten, wenn z.B. ein Abgabevogel solches mitbringt.

Was man Wellensittichen auf keinen Fall anbieten sollte, sind geschlossene Höhlen, z.B. als Kokosnuss oder gar Nistkästen. Diese versetzen Wellensittich-Weibchen quasi sofort in eine starke Brutstimmung, was heftigen Streit und Aggressionen zur Folge haben kann, wenn mehrere weibliche Tiere vorhanden sind. Und auch wenn man nur ein Paar hält, sollte man den Vögeln ohne Zuchtabsicht und entsprechende Kenntnisse in dem Thema – bitte – keine potentielle Bruthöhle aufhängen.


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